Tierschutzbund gegen massive Jagd auf Wildschweine - H+O Hansmann u. Otte GbR

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Tierschutzbund gegen massive Jagd auf Wildschweine

Erschienen am 13.03.2018
Demmin (dpa/mv) - Die Bundesregierung will zur Verhinderung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland die Schonzeit für Schwarzwild aufheben. Der Bundesrat soll am Freitag über einen entsprechenden Verordnungsentwurf abstimmen. Der Tierschutzbund appelliert an die Länder, dem nicht zuzustimmen.

Die Vorsitzende des Tierschutzbundes Mecklenburg-Vorpommern, Kerstin Lenz, nannte die verstärkte Jagd auf Schwarzwild Panikmache.
«Wildschweine sind nicht das Problem bei der Ausbreitung der Schweinepest, sondern der Mensch», sagte sie. Der Mensch verbreite die Seuche mit Lebensmitteln. Erkrankte Wildschweine würden rasch sterben, sie könnten die Viren nicht in die Ställe tragen. Der Abschuss von Muttertieren und Frischlingen widerspreche dem Tierschutzgesetz. Auch viele Jäger lehnten dies ab.

Der Massenabschuss von Wildschweinen ist nach Lenz' Überzeugung der falsche Weg. Auch bei der Jagd auf Kormorane und Füchse habe sich gezeigt, dass sich die Tiere nur umso stärker vermehren. Schon jetzt werden nach Angaben des Tierschutzbundes bundesweit pro Jahr mehr als eine halbe Million Wildschweine getötet - ohne dass dies Auswirkungen auf das Populationswachstum habe.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert, den entsprechenden Artikel ersatzlos aus der Verordnung zu streichen. Die Bundesregierung sole sich auf die anderen vorgeschlagenen Maßnahmen konzentrieren, etwa die Hygiene in Agrarbetrieben, die Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen, den Transport von Schweinen und Fleisch sowie die Verwendung von Heu, Stroh und Gras aus gefährdeten Gebieten.